28.05.2007
Filmarchitekt und Bühnenbildner des Europa-Park ist verstorben

Ulrich Damrau lebte ein Leben für die Kunst

 

Am vergangenen Freitag, den 25. Mai verstarb im Alter von 92 Jahren unerwartet der Filmarchitekt und Bühnenbildner des Europa-Park, Ulrich Damrau. Über 25 Jahre lang war er nicht nur mit der kreativen Umsetzung des europäischen Themenkonzepts in Deutschlands größtem Freizeitpark betraut, sondern er war mit der Familie Mack als guter Freund und Wegbegleiter eng verbunden.

Die Leidenschaft mit der Ulrich Damrau seiner Berufung folgte, ist überall im Europa-Park zu spüren, denn seit der Einführung des europäischen Themenkonzepts im Jahr 1981 hat der Künstler Schritt für Schritt seine Vision von Europa im badischen Rust verwirklicht. Was mit dem Bau des Italienischen Themenbereichs mit stilechten Gebäuden und liebevollen Details begann, entwickelte sich über die Jahre zu einem unverwechselbaren Gesamtbild mit 12 europäischen Themenbereichen, die in ihrer Authentizität ihresgleichen suchen.

Geboren 1914 in Bromberg/Polen, erhielt Ulrich Damrau vom 15. Lebensjahr an Zeichenunterricht. Mit 17 entwarf er sein erstes Bühnenbild am Stadttheater Frankfurt/Oder. Nach dem Zweiten Weltkrieg, Kriegsdienst und -gefangenschaft wagte er 1946 einen Neubeginn in Konstanz mit der deutschen Erstaufführung von Brechts "Mutter Courage", bevor er von 1947 bis 1953 Chefbühnenbildner an der Staatsoper in Dresden war. Es folgten bewegte Jahre in Berlin, wo er  als erster Filmarchitekt bei der Deutschen Film AG tätig war. Von 1955 bis 1962 zog es den talentierten Bühnenbildner in die Türkei, wo er als Ausstattungsleiter am Türkischen Staatstheater in Ankara arbeitete.

1979 schließlich begann Ulrich Damrau seine Zusammenarbeit mit dem Europa-Park, wo er mit einem unfehlbaren Gefühl für Stile und Traditionen "sein" Europa verwirklichte. Der Meister des Bühnenbilds und der Fassadenarchitektur hat den jeweiligen europäischen Kulturen und ihren Stilepochen ein Gesicht gegeben. Dabei hat er die betreffenden europäischen Länder kunstvoll durch landestypische Merkmale repräsentiert und auch die parkeigenen Erlebnishotels mitgestaltet. Verschiedenste kulturelle Einflüsse wurden durch seine Kreativität zu einer Einheit zusammengefügt ohne ihren individuellen Charakter zu verlieren. Und auch die Herausforderung, alle Fahrgeschäfte, Attraktionen, Geschäfte und gastronomischen Eintrichtungen in ein homogenes Gesamtbild einzufügen meisterte der Filmarchitekt und Bühnenbildner mit seinem untrügbaren Gespür für Architektur und Kunst.

Die Zusammenarbeit mit der Familie Mack war bis zuletzt überaus erfolgreich. Die Kombination aus unternehmerischer Entschlossenheit und künstlerischer Leidenschaft ebnete den Weg für den ungebrochenen Erfolg des Europa-Park, der mittlerweile der größte saisonale Freizeitpark der Welt ist. Darüber hinaus war Ulrich Damrau stets ein guter Freund der Familie und ein kritischer Ratgeber von unschätzbarem Wert.

Gekrönt wurde das Lebenwerk des Künstlers 1995, als er anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Europa-Park mit dem Bundesverdienstkreuz augezeichnet wurde. Darüber hinaus wurde er im Jahr 2004 für sein Engagement für Europa mit der Staufer Medaille geehrt. Ulrich Damrau zeichnete sich stets durch unverwechselbare Leistungen im künstlerischen Bereich sowie durch seine bis zuletzt ungebremste Leidenschaft für die Künste aus. Bis kurz vor seinem Tod war er voller Ideen, Phantasie und unermüdlichem Tatendrang.

Im Europa-Park realisierte Ulrich Damrau die Vision eines vereinten Europa schon vor vielen Jahren. Der Bühnenbildner, Architekt, Maler, Zeichner und Szenograph hat es geschafft, die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Vision zu verwischen und damit den Europa-Park zu einer weltweit einzigartigen Urlaubsdestination gemacht.

  • Seit über 25 Jahren eng befreundet: Roland Mack, Ulrich Damrau, Franz Mack und Jürgen Mack (v. l.)

  • Die Liebe zum Detail zeichnete den Künstler Ulrich Damrau aus

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